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Noveneingabe aufgrund von Äusserungen von UBS CEO Sergio Ermotti

  • Autorenbild: Schweizerischer Anlegerschutzverein
    Schweizerischer Anlegerschutzverein
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Wie in der Publikation vom 24. Juni 2025 erwähnt, hat der CEO der UBS, Sergio Ermotti, im Rahmen einer Veranstaltung für Alumni des Institute for Management Development (IMD) in Lausanne Äusserungen getätigt, die der Argumentation der UBS im Verfahren vor dem Handelsgericht diametral widersprechen. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Widerspruchs hat der SASV diese Äusserungen dem Gericht im Rahmen einer Noveneingabe am 1. Juli 2025 zur Kenntnis gebracht.


Im Rahmen der genannten Veranstaltung hatte Sergio Ermotti zugegeben, dass die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS «unnötig» gewesen sei und die Credit Suisse stattdessen auch eigenständig hätte saniert werden können. Die so sanierte Credit Suisse hätte in reduzierter Grösse weitergelebt.


Die wichtigsten Passagen der Ausführungen von Sergio Ermotti anlässlich seines Gesprächs mit David Bach sind im Tagesanzeiger-Artikel von Arthur Rutishauser zitiert:


«[...] Nebenbei, ‹Too big to fail› (TBTF) hat funktioniert. Obwohl es tragisch und unnötig ist, die Credit Suisse existiert nicht mehr. Sie musste entweder von uns übernommen werden – sie durchläuft die Abwicklung und Liquidation innerhalb der UBS – oder die CS hätte selber eine Liquidation durchführen können. Und ich kann Ihnen versichern, dass dies funktioniert hätte, ohne dass der Steuerzahler einen einzigen Franken verloren hätte. Denn unabhängig davon, wie das Geschäft geführt wurde, die Kapitalposition und die Bilanz waren stark genug, um die Bank im aktuellen Regime zu liquidieren. Was wir heute hätten, wenn die UBS, aus welchen Gründen auch immer, nicht Teil der Lösung gewesen wäre, wäre eine Credit Suisse, ungefähr so gross wie eine Kantonalbank. Hinzu kämen einige internationale Vermögensverwaltungsgeschäfte, die angehängt wären.


[...]


Das ist nicht nur meine Meinung. Jeder einzelne Experte, der im FSB (Financial Stability Board) war, die Bankexperten und alle die anderen, waren eindeutig: Eine Sanierung der Credit Suisse wäre möglich, und die Credit Suisse hätte am ersten Tag ein Eigenkapital gehabt, das viermal so hoch gewesen wäre wie die Mindestanforderungen.»


Diese Aussagen stehen im Widerspruch zum im Handelsgerichtsprozess wiederholt vorgetragenen (Haupt-)Argument der UBS, wonach die Credit Suisse ohne Fusion in Konkurs geraten wäre und die Aktionäre vollkommen leer ausgegangen wären.

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